Recherche-Ratgeber · Website/Hosting

Webanalyse ohne Cookie-Banner? Was in Deutschland wirklich gilt

Recherche-Ratgeber · Stand Oktober 2026 · kein Praxistest · veröffentlicht 21.10.2026 · aktualisiert 02.11.2026 · 8 Min ·

Teil der Themenübersicht Website & Hosting für Freelancer: Alle Ratgeber im Überblick

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Hinweis: Dieser Beitrag ist eine Recherche auf Basis öffentlicher Anbieterangaben und Gesetzestexte (Stand Okt 2026), kein Praxistest. Preise und Limits können sich ändern, prüfe sie vor dem Kauf auf der verlinkten Quelle. Keine Rechts- oder Steuerberatung.

Wer eine Portfolio-Website oder einen Blog betreibt, möchte wissen, wie viele Menschen vorbeikommen und welche Seiten funktionieren. Gleichzeitig nervt der Cookie-Banner – Besucher klicken ihn weg, und mit abgelehnter Einwilligung fehlen die Daten. Viele Anbieter werben deshalb mit „Analytics ohne Cookie-Banner“. Ob das in Deutschland trägt, hängt am Detail. Dieser Ratgeber erklärt die Rechtslage nach dem Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz (TDDDG), nennt Optionen mit Preisen laut Anbieter und ist keine Rechtsberatung.

Der Knackpunkt: § 25 TDDDG

§ 25 TDDDG verlangt eine Einwilligung, sobald Informationen auf dem Endgerät des Nutzers gespeichert oder von dort ausgelesen werden – und zwar unabhängig davon, ob es um Cookies oder personenbezogene Daten geht. Ausnahmen gibt es nur, wenn der Zugriff für den vom Nutzer gewünschten Dienst unbedingt erforderlich ist. Reichweitenmessung fällt nach überwiegender Auffassung der deutschen Aufsichtsbehörden nicht automatisch darunter. Das bedeutet: Auch ein Skript ohne Cookies, das Browser-Informationen ausliest, kann einwilligungspflichtig sein. Die DSGVO kommt für die anschließende Verarbeitung personenbezogener Daten noch dazu. Grundlagen zum Banner im Ratgeber Cookie-Banner nach § 25 TDDDG.

Die Optionen im Überblick

OptionEinwilligung nötig?Kosten laut Anbieter
Google Analytics 4ja, Einwilligung vor dem Ladenkostenlos
Plausible (Cloud, EU)Anbieter sagt nein; in Deutschland rechtlich nicht abschließend geklärtab 9 $/Monat für bis zu 10.000 Seitenaufrufe (Starter)
Matomo mit JavaScript-Trackerlaut Matomo-FAQ für Deutschland in der Regel ja bzw. unsicherSelf-Hosting kostenlos (Open Source), Cloud kostenpflichtig
Server-Log-Auswertungkein Zugriff aufs Endgerät, daher kein § 25 TDDDGoft im Hosting enthalten

Laut plausible.io, matomo.org-FAQ (TDDDG-Konfiguration, Einwilligung) und dsb-datenschutz.de (Abruf Okt 2026). Einschätzung ohne Gewähr.

Plausible: datensparsam, aber kein Freifahrtschein

Plausible ist eine Open-Source-Webanalyse, die laut Anbieter keine Cookies und keine dauerhaften Kennungen nutzt, keine personenbezogenen Daten verarbeitet und in der EU gehostet wird. Der Anbieter wirbt ausdrücklich mit „No cookie banner required“. Laut Preisseite kostet der Starter-Tarif ab 9 $ im Monat für eine Website und bis zu 10.000 Seitenaufrufe, Growth ab 14 $ für bis zu drei Websites, Business ab 19 $; bei jährlicher Zahlung gibt es zwei Monate gratis. Abgerechnet wird nach Seitenaufrufen plus Events.

Ob ein Banner in Deutschland wirklich entfallen kann, hängt davon ab, ob das Skript Informationen vom Endgerät ausliest. Das ist bei jeder JavaScript-Lösung zumindest technisch der Fall. Wer auf Nummer sicher gehen will, holt auch für datensparsame Tools eine Einwilligung ein oder lässt die Konfiguration von einer Datenschutzberatung prüfen.

Matomo: die CNIL-Ausnahme gilt nicht für Deutschland

Matomo hat eine Konfiguration für die französische Aufsichtsbehörde CNIL, die Reichweitenmessung unter Bedingungen ohne Einwilligung erlaubt. Für Deutschland reicht das laut Matomo-FAQ und Datenschutzberatern nicht. Klar ohne Einwilligung zulässig sind nach diesen Quellen vor allem die Auswertung von Server-Logs oder das serverseitige Tracking über die HTTP-API, weil dabei nichts vom Endgerät gelesen wird. Für den JavaScript-Tracker empfiehlt Matomo, Einwilligungen einzuholen.

Google Analytics: mit Einwilligung machbar

Google Analytics 4 ist kostenlos und mächtig, setzt aber Cookies und überträgt Daten an Google. Ohne vorherige Einwilligung darf das Skript in Deutschland nicht laden. Dazu kommen die Fragen rund um US-Anbieter – siehe US-Tools und Data Privacy Framework. Wer GA nutzt, muss es in der Datenschutzerklärung nennen und eine Ablehnung genauso einfach machen wie die Zustimmung. Wie das Banner die Entscheidung an die Google-Tags weitergibt, regelt der Google Consent Mode – Basic und Advanced erklärt der Ratgeber Google Consent Mode v2.

Was viele vergessen: Search Console

Für die Frage „Über welche Suchbegriffe kommen Besucher?“ braucht es gar kein Tracking auf der Website. Die Google Search Console liefert Klicks, Impressionen und Rankings direkt von Google, ohne Skript im Browser der Besucher. Zusammen mit einer einfachen Server-Log-Statistik deckt das für viele Freelancer-Websites den Großteil des Bedarfs ab.

Baukästen und Hosting

Website-Baukästen wie Wix oder WordPress.com bringen eigene Statistikfunktionen mit. Wie diese technisch arbeiten und ob dafür eine Einwilligung nötig ist, solltest du in der Dokumentation des Anbieters prüfen – wir haben das nicht verifiziert. Viele klassische Hoster bieten außerdem eine Auswertung der Zugriffslogs im Kundenmenü.

Entscheidungshilfe

Leichte Skripte haben einen Nebeneffekt: Sie belasten die Ladezeit weniger – relevant für Core Web Vitals.

Anbieterseiten

Affiliate-Hinweis (Werbung): Links mit Partnerstatus sind als „sponsored“ markiert. Für dich ändert sich der Preis nicht.

Plausible Analytics öffnen Profil
WordPress.com öffnen Profil
Wix öffnen Profil

FAQ

Brauche ich für Plausible einen Cookie-Banner?

Plausible sagt nein, weil keine Cookies und keine personenbezogenen Daten verarbeitet werden. In Deutschland ist wegen § 25 TDDDG nicht abschließend geklärt, ob jede JavaScript-Messung ohne Einwilligung zulässig ist. Im Zweifel Einwilligung einholen oder beraten lassen.

Was kostet Plausible?

Laut Anbieter ab 9 $ im Monat im Starter-Tarif für eine Website und bis zu 10.000 Seitenaufrufe. Growth beginnt bei 14 $, Business bei 19 $. Jährliche Zahlung spart zwei Monate.

Gilt die CNIL-Ausnahme für Matomo auch in Deutschland?

Nein. Laut Matomo-FAQ und Datenschutzberatern ersetzt sie in Deutschland nicht die Einwilligung nach § 25 TDDDG. Ohne Einwilligung gelten vor allem Server-Log-Auswertungen als unproblematisch.

Darf Google Analytics ohne Einwilligung laden?

Nein. GA4 setzt Cookies und überträgt Daten an Google; das Skript darf erst nach Einwilligung laden.

Wie messe ich Suchtraffic ohne Tracking?

Mit der Google Search Console. Sie zeigt Klicks, Impressionen und Suchbegriffe, ohne dass ein Skript bei deinen Besuchern läuft.

Quellen (Stand Okt 2026)

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