Recherche-Ratgeber · Website/Hosting

Google Consent Mode v2 erklärt: Basic oder Advanced, Pflichtsignale und was das für kleine Websites bedeutet

Recherche-Ratgeber · Stand Oktober 2026 · kein Praxistest · veröffentlicht 25.10.2026 · 8 Min ·

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Hinweis: Dieser Beitrag ist eine Recherche auf Basis öffentlicher Anbieterangaben und Gesetzestexte (Stand Okt 2026), kein Praxistest. Preise und Limits können sich ändern, prüfe sie vor dem Kauf auf der verlinkten Quelle. Keine Rechts- oder Steuerberatung.

Wer Google Analytics, Google Ads oder AdSense auf der eigenen Website nutzt, stößt früher oder später auf den Begriff „Consent Mode v2“ – oft in Form einer Warnung im Google-Konto. Dahinter steckt keine neue Rechtsvorschrift, sondern ein technisches Verfahren, mit dem Google-Tags die Einwilligungsentscheidung deiner Besucher erhalten. Dieser Ratgeber erklärt, was der Consent Mode macht, worin sich Basic und Advanced unterscheiden und wie das mit dem deutschen Einwilligungsrecht zusammenhängt. Grundlage sind die Entwickler- und Hilfeseiten von Google (Abruf Oktober 2026). Er ersetzt keine Rechtsberatung.

Der Consent Mode ist eine Schnittstelle in Google-Tags (gtag.js und Google Tag Manager). Dein Cookie-Banner teilt den Tags mit, ob ein Besucher bestimmten Zwecken zugestimmt hat, und die Tags passen ihr Verhalten an. Den Banner selbst und die rechtlich wirksame Einwilligung ersetzt der Consent Mode nicht. Google schreibt ausdrücklich, dass du selbst dafür verantwortlich bist, die Einwilligung einzuholen – über einen eigenen Banner oder eine Consent-Management-Plattform (CMP).

Die Pflicht zur Einwilligung für nicht notwendige Cookies und vergleichbare Technologien ergibt sich in Deutschland aus § 25 TDDDG. Die Grundlagen erklärt der Ratgeber Cookie-Banner nach TDDDG.

Die Einwilligungstypen

ParameterBedeutung laut Google
ad_storageSpeicherung, etwa Cookies, für Werbezwecke
analytics_storageSpeicherung für Analysezwecke, etwa Besuchsdauer
ad_user_dataEinwilligung, Nutzerdaten zu Werbezwecken an Google zu senden (neu in v2)
ad_personalizationEinwilligung in personalisierte Werbung, etwa Remarketing (neu in v2)
functionality_storage, personalization_storage, security_storageSpeicherung für Funktionen, Personalisierung und Sicherheit

Laut Google Tag Platform: Consent mode overview (Abruf 25.10.2026).

„Version 2“ bezeichnet vor allem die beiden zusätzlichen Signale ad_user_data und ad_personalization. Google hat sie im Zuge der verschärften Durchsetzung seiner EU-Richtlinie zur Nutzereinwilligung (EU User Consent Policy) eingeführt.

Basic oder Advanced?

MerkmalBasicAdvanced
Laden der Google-Tagserst nach Interaktion mit dem Bannersofort beim Seitenaufruf, Standard „denied“
Datenübertragung ohne Einwilligungkeine, nicht einmal der EinwilligungsstatusEinwilligungsstatus und Messungen ohne Cookies („Pings“)
Modellierung von Conversionsallgemeines ModellWerbetreibenden-spezifisches Modell

Laut Google Tag Platform: Consent mode overview.

Die Pings im Advanced-Modus enthalten laut Google unter anderem Zeitstempel, User-Agent, Referrer, die Information, ob ein Klick aus einer Anzeige stammte, den Einwilligungsstatus und eine Zufallszahl pro Seitenaufruf. Google nennt sie „aggregiert bzw. nicht identifizierend“.

Die rechtliche Frage dahinter: Beim Advanced-Modus werden Google-Skripte geladen und Daten an Google übermittelt, bevor eine Einwilligung vorliegt. Ob das mit § 25 TDDDG vereinbar ist – das Gesetz erfasst nicht nur Cookies, sondern jeden Zugriff auf Informationen im Endgerät –, ist in Deutschland umstritten und gerichtlich nicht abschließend geklärt. Der Basic-Modus ist die vorsichtigere Variante: Ohne Klick auf „Akzeptieren“ fließt nichts an Google. Für kleine Websites, die keine Werbekampagnen optimieren, kostet der Basic-Modus wenig, denn die genauere Modellierung im Advanced-Modus nutzt vor allem Google-Ads-Kunden.

Was Google verlangt

Umsetzung in der Praxis

  1. Bestandsaufnahme: Welche Google-Dienste laufen auf der Website – nur Analytics, auch Ads-Conversion-Tracking, AdSense? Wer nur Reichweite messen will, kann auch über Webanalyse ohne Cookies, etwa mit Plausible, nachdenken.
  2. CMP wählen: Für AdSense mit personalisierten Anzeigen eine zertifizierte TCF-CMP. Bei Baukästen wie Wix oder WordPress.com prüfen, ob der eingebaute Banner Consent Mode v2 sendet.
  3. Modus festlegen: Basic (Tags erst nach Einwilligung laden) oder Advanced (Tags mit Standard „denied“). Die Entscheidung in der Datenschutzerklärung nachvollziehbar beschreiben.
  4. Standardwerte setzen: Vor dem Laden der Tags den Standardstatus auf „denied“ setzen, bei Einwilligung per Update auf „granted“.
  5. Testen: Mit Google Tag Assistant prüfen, ob die Parameter korrekt übertragen werden. In Google Ads zeigt die Conversion-Diagnose den Status des Einwilligungsmodus an.

Für alle US-Dienste gehört zur Dokumentation auch die Rechtsgrundlage für die Datenübermittlung, siehe US-Tools und Data Privacy Framework.

Häufige Fehler

Anbieterseiten

Affiliate-Hinweis (Werbung): Links mit Partnerstatus sind als „sponsored“ markiert. Für dich ändert sich der Preis nicht.

Cookiebot CMP öffnen Profil
Plausible Analytics öffnen Profil
Wix öffnen Profil
WordPress.com öffnen Profil

FAQ

Ist der Consent Mode v2 gesetzlich vorgeschrieben?

Nein, er ist eine Anforderung von Google für die Nutzung bestimmter Funktionen im EWR. Gesetzlich vorgeschrieben ist die Einwilligung nach § 25 TDDDG bzw. DSGVO.

Was ist der Unterschied zwischen Basic und Advanced?

Bei Basic laden Google-Tags erst nach der Einwilligung. Bei Advanced laden sie sofort und senden ohne Einwilligung cookielose Pings und den Einwilligungsstatus.

Brauche ich für AdSense eine zertifizierte CMP?

Für personalisierte Anzeigen an Nutzer im EWR und UK laut Google seit 16.1.2024 ja, und zwar eine TCF-zertifizierte CMP.

Was bedeuten ad_user_data und ad_personalization?

Einwilligung in die Übermittlung von Nutzerdaten an Google für Werbezwecke bzw. in personalisierte Werbung.

Ersetzt der Consent Mode meinen Cookie-Banner?

Nein. Er überträgt nur die Entscheidung aus dem Banner an Google-Tags.

Quellen (Stand Okt 2026)

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