Google Consent Mode v2 erklärt: Basic oder Advanced, Pflichtsignale und was das für kleine Websites bedeutet
Wer Google Analytics, Google Ads oder AdSense auf der eigenen Website nutzt, stößt früher oder später auf den Begriff „Consent Mode v2“ – oft in Form einer Warnung im Google-Konto. Dahinter steckt keine neue Rechtsvorschrift, sondern ein technisches Verfahren, mit dem Google-Tags die Einwilligungsentscheidung deiner Besucher erhalten. Dieser Ratgeber erklärt, was der Consent Mode macht, worin sich Basic und Advanced unterscheiden und wie das mit dem deutschen Einwilligungsrecht zusammenhängt. Grundlage sind die Entwickler- und Hilfeseiten von Google (Abruf Oktober 2026). Er ersetzt keine Rechtsberatung.
Was der Consent Mode ist – und was nicht
Der Consent Mode ist eine Schnittstelle in Google-Tags (gtag.js und Google Tag Manager). Dein Cookie-Banner teilt den Tags mit, ob ein Besucher bestimmten Zwecken zugestimmt hat, und die Tags passen ihr Verhalten an. Den Banner selbst und die rechtlich wirksame Einwilligung ersetzt der Consent Mode nicht. Google schreibt ausdrücklich, dass du selbst dafür verantwortlich bist, die Einwilligung einzuholen – über einen eigenen Banner oder eine Consent-Management-Plattform (CMP).
Die Pflicht zur Einwilligung für nicht notwendige Cookies und vergleichbare Technologien ergibt sich in Deutschland aus § 25 TDDDG. Die Grundlagen erklärt der Ratgeber Cookie-Banner nach TDDDG.
Die Einwilligungstypen
| Parameter | Bedeutung laut Google |
|---|---|
| ad_storage | Speicherung, etwa Cookies, für Werbezwecke |
| analytics_storage | Speicherung für Analysezwecke, etwa Besuchsdauer |
| ad_user_data | Einwilligung, Nutzerdaten zu Werbezwecken an Google zu senden (neu in v2) |
| ad_personalization | Einwilligung in personalisierte Werbung, etwa Remarketing (neu in v2) |
| functionality_storage, personalization_storage, security_storage | Speicherung für Funktionen, Personalisierung und Sicherheit |
„Version 2“ bezeichnet vor allem die beiden zusätzlichen Signale ad_user_data und ad_personalization. Google hat sie im Zuge der verschärften Durchsetzung seiner EU-Richtlinie zur Nutzereinwilligung (EU User Consent Policy) eingeführt.
Basic oder Advanced?
| Merkmal | Basic | Advanced |
|---|---|---|
| Laden der Google-Tags | erst nach Interaktion mit dem Banner | sofort beim Seitenaufruf, Standard „denied“ |
| Datenübertragung ohne Einwilligung | keine, nicht einmal der Einwilligungsstatus | Einwilligungsstatus und Messungen ohne Cookies („Pings“) |
| Modellierung von Conversions | allgemeines Modell | Werbetreibenden-spezifisches Modell |
Die Pings im Advanced-Modus enthalten laut Google unter anderem Zeitstempel, User-Agent, Referrer, die Information, ob ein Klick aus einer Anzeige stammte, den Einwilligungsstatus und eine Zufallszahl pro Seitenaufruf. Google nennt sie „aggregiert bzw. nicht identifizierend“.
Die rechtliche Frage dahinter: Beim Advanced-Modus werden Google-Skripte geladen und Daten an Google übermittelt, bevor eine Einwilligung vorliegt. Ob das mit § 25 TDDDG vereinbar ist – das Gesetz erfasst nicht nur Cookies, sondern jeden Zugriff auf Informationen im Endgerät –, ist in Deutschland umstritten und gerichtlich nicht abschließend geklärt. Der Basic-Modus ist die vorsichtigere Variante: Ohne Klick auf „Akzeptieren“ fließt nichts an Google. Für kleine Websites, die keine Werbekampagnen optimieren, kostet der Basic-Modus wenig, denn die genauere Modellierung im Advanced-Modus nutzt vor allem Google-Ads-Kunden.
Was Google verlangt
- Analytics und Ads im EWR: Wer Google-Tags für Analysen, personalisierte Anzeigen oder Remarketing nutzt, muss laut Google-Ads-Hilfe von Nutzern im EWR die Einwilligung einholen und Einwilligungssignale an Google senden. Wer den Consent Mode bereits nutzt und keine personalisierten Anzeigen oder Remarketing betreibt, muss laut Google nichts weiter tun.
- Zertifizierte CMP: Wer eine von Google zertifizierte CMP nutzt, bekommt das Update auf v2 laut Google vom Anbieter. Bei einem eigenen Banner musst du v2 selbst einbauen.
- AdSense: Für personalisierte Anzeigen an Nutzer im EWR und Vereinigten Königreich verlangt Google seit dem 16. Januar 2024 eine zertifizierte CMP, die das IAB Transparency and Consent Framework (TCF) unterstützt; für die Schweiz seit 31. Juli 2024. Ohne zertifizierte CMP können laut Google unter Umständen nur nicht personalisierte oder eingeschränkte Anzeigen ausgeliefert werden. Die Liste der zertifizierten CMPs umfasst unter anderem Cookiebot, Usercentrics, Borlabs Cookie, Complianz, CCM19 und Googles eigene CMP („Datenschutz und Mitteilungen“ in AdSense).
Umsetzung in der Praxis
- Bestandsaufnahme: Welche Google-Dienste laufen auf der Website – nur Analytics, auch Ads-Conversion-Tracking, AdSense? Wer nur Reichweite messen will, kann auch über Webanalyse ohne Cookies, etwa mit Plausible, nachdenken.
- CMP wählen: Für AdSense mit personalisierten Anzeigen eine zertifizierte TCF-CMP. Bei Baukästen wie Wix oder WordPress.com prüfen, ob der eingebaute Banner Consent Mode v2 sendet.
- Modus festlegen: Basic (Tags erst nach Einwilligung laden) oder Advanced (Tags mit Standard „denied“). Die Entscheidung in der Datenschutzerklärung nachvollziehbar beschreiben.
- Standardwerte setzen: Vor dem Laden der Tags den Standardstatus auf „denied“ setzen, bei Einwilligung per Update auf „granted“.
- Testen: Mit Google Tag Assistant prüfen, ob die Parameter korrekt übertragen werden. In Google Ads zeigt die Conversion-Diagnose den Status des Einwilligungsmodus an.
Für alle US-Dienste gehört zur Dokumentation auch die Rechtsgrundlage für die Datenübermittlung, siehe US-Tools und Data Privacy Framework.
Häufige Fehler
- Banner vorhanden, aber Google-Tags feuern trotzdem vor der Einwilligung (ohne Consent Mode).
- Consent Mode mit Standard „granted“ eingerichtet.
- Nur v1-Signale übertragen, obwohl Remarketing läuft.
- Advanced-Modus aktiviert, aber in der Datenschutzerklärung „keine Datenübertragung ohne Einwilligung“ versprochen.
- „Ablehnen“ schwerer erreichbar als „Akzeptieren“ – ein Problem für die Wirksamkeit der Einwilligung, unabhängig vom Consent Mode.
Anbieterseiten
Cookiebot CMP öffnen Profil
Plausible Analytics öffnen Profil
Wix öffnen Profil
WordPress.com öffnen Profil
FAQ
Ist der Consent Mode v2 gesetzlich vorgeschrieben?
Nein, er ist eine Anforderung von Google für die Nutzung bestimmter Funktionen im EWR. Gesetzlich vorgeschrieben ist die Einwilligung nach § 25 TDDDG bzw. DSGVO.
Was ist der Unterschied zwischen Basic und Advanced?
Bei Basic laden Google-Tags erst nach der Einwilligung. Bei Advanced laden sie sofort und senden ohne Einwilligung cookielose Pings und den Einwilligungsstatus.
Brauche ich für AdSense eine zertifizierte CMP?
Für personalisierte Anzeigen an Nutzer im EWR und UK laut Google seit 16.1.2024 ja, und zwar eine TCF-zertifizierte CMP.
Was bedeuten ad_user_data und ad_personalization?
Einwilligung in die Übermittlung von Nutzerdaten an Google für Werbezwecke bzw. in personalisierte Werbung.
Ersetzt der Consent Mode meinen Cookie-Banner?
Nein. Er überträgt nur die Entscheidung aus dem Banner an Google-Tags.
Quellen (Stand Okt 2026)
- Google Tag Platform: Consent mode overview
- Google Ads-Hilfe: Einwilligungsmodus für Traffic im EWR
- Google AdSense-Hilfe: Anforderungen an die Einwilligungsverwaltung
- Google: Richtlinie zur Einwilligung der Nutzer in der EU
- § 25 TDDDG
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