Recherche-Ratgeber · Recht/DSGVO

AI Act: Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte seit 2. August 2026

Recherche-Ratgeber · Stand Okt 2026 · veröffentlicht 18.10.2026 · aktualisiert 03.11.2026 · 8 Min ·

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Hinweis: Dieser Beitrag ist eine Recherche auf Basis öffentlicher Anbieterangaben und Gesetzestexte (Stand Okt 2026), kein Praxistest. Preise und Limits können sich ändern, prüfe sie vor dem Kauf auf der verlinkten Quelle. Keine Rechts- oder Steuerberatung.

Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 der europäischen KI-Verordnung (AI Act). Der „Digital Omnibus“ hat im Sommer 2026 vor allem die Pflichten für Hochrisiko-KI verschoben – die Transparenzregeln gelten dagegen planmäßig. Für Freelancer und kleine Unternehmen ist die zentrale Frage: Bin ich Anbieter oder Betreiber, und was muss ich konkret kennzeichnen?

Anbieter oder Betreiber?

Unabhängig von Artikel 50 gilt für Anbieter und Betreiber schon seit Februar 2025 die Pflicht zu ausreichender KI-Kompetenz nach Artikel 4 – was das praktisch heißt, steht im Ratgeber KI-Kompetenz nach Art. 4 AI Act.

Die vier Pflichten aus Artikel 50

PflichtWen sie trifftWas zu tun ist
Hinweis bei direkter InteraktionAnbieter von Chatbots, Agenten, AvatarenMenschen müssen erkennen, dass sie mit einer KI sprechen, sofern das nicht offensichtlich ist
Maschinenlesbare KennzeichnungAnbieter generativer KIAusgaben (Bild, Audio, Video, Text) technisch als KI-erzeugt markieren
Deepfakes offenlegenBetreiberRealistisch wirkende, KI-erzeugte oder manipulierte Bilder, Audios und Videos als solche kenntlich machen
KI-Texte zu öffentlichen ThemenBetreiberOffenlegen, wenn Texte zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse ohne menschliche Prüfung oder redaktionelle Verantwortung veröffentlicht werden

Die Fristen

Was das für typische Freelancer-Fälle heißt

Chatbot auf der eigenen Website

Wenn du einen Bot über einen Dienst wie Chatbase oder Botpress einbindest, liegt die technische Anbieterrolle meist beim Plattformbetreiber. Trotzdem gilt: Besucher sollen erkennen, dass sie mit einer KI chatten. Ein klarer Satz im Chatfenster („Hier antwortet ein KI-Assistent“) ist der einfachste Weg und schafft Vertrauen. Wie sich die beiden Baukästen bei Preisen und Abrechnung unterscheiden, zeigt der Vergleich Chatbase vs. Botpress.

KI-Bilder in Marketing und Social Media

Illustrationen, die offensichtlich nicht real sind, sind keine Deepfakes. Kritisch wird es bei fotorealistischen Darstellungen von echten Personen, Orten oder Ereignissen, die echt wirken könnten. Diese musst du als KI-erzeugt kennzeichnen. Bei offensichtlich künstlerischen, satirischen oder fiktionalen Werken ist die Offenlegungspflicht laut Verordnung eingeschränkt, entfällt aber nicht vollständig.

Blogartikel und Newsletter mit KI

Die Textpflicht betrifft Veröffentlichungen über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse, die ohne menschliche Prüfung erscheinen. Wenn du KI-Entwürfe redaktionell prüfst und die Verantwortung übernimmst, greift die Offenlegungspflicht nach dem Wortlaut nicht. Eine freiwillige Transparenz („mit KI-Unterstützung erstellt, redaktionell geprüft“) kann trotzdem sinnvoll sein.

Sanktionen und Aufsicht

Verstöße gegen Transparenzpflichten können nach Artikel 99 mit Bußgeldern bis zu 15 Millionen Euro oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden; für KMU gilt jeweils der niedrigere Betrag. Zuständige Marktüberwachungsbehörde in Deutschland ist nach den Planungen die Bundesnetzagentur. Für Solo-Selbstständige ist das Risiko eher Abmahnungen und Vertrauensverlust als ein Millionenbußgeld – aber die Regeln sind verbindlich.

Checkliste

  1. Alle Stellen auflisten, an denen KI nach außen wirkt: Chatbot, Bilder, Videos, Texte, Telefonassistent.
  2. Chatbots mit einem gut sichtbaren KI-Hinweis versehen.
  3. Fotorealistische KI-Bilder echter Personen oder Ereignisse kennzeichnen.
  4. Redaktionellen Prüfprozess für KI-Texte festhalten.
  5. Bei Kundenprojekten klären, wer Anbieter ist – du oder die Plattform.

Anbieterseiten

Affiliate-Hinweis (Werbung): Links mit Partnerstatus sind als „sponsored“ markiert. Für dich ändert sich der Preis nicht.

Chatbase öffnen Profil
Botpress öffnen Profil

FAQ

Seit wann gilt die Kennzeichnungspflicht?

Artikel 50 gilt seit dem 2. August 2026. Für generative Systeme, die vorher auf dem Markt waren, läuft die Frist für die maschinenlesbare Markierung bis 2. Dezember 2026.

Muss ich jeden KI-Text kennzeichnen?

Nein. Die Pflicht betrifft Texte zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse, die ohne menschliche Prüfung oder redaktionelle Verantwortung veröffentlicht werden.

Muss ein Website-Chatbot als KI erkennbar sein?

Ja, Menschen müssen erkennen können, dass sie mit einer KI interagieren, sofern das nicht offensichtlich ist.

Hat der Digital Omnibus Artikel 50 verschoben?

Nein. Verschoben wurden vor allem die Hochrisiko-Pflichten. Eingefügt wurde nur die Schonfrist bis 2. Dezember 2026 für die Kennzeichnung bei Bestandssystemen.

Quellen (Stand Okt 2026)

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