Marke anmelden beim DPMA: Kosten, Klassen und Ablauf für Freelancer und kleine Agenturen
Ein guter Name für dein Studio, deinen Podcast oder dein digitales Produkt ist schnell gefunden – und ebenso schnell von jemand anderem angemeldet. Eine eingetragene Marke gibt dir ein Ausschließlichkeitsrecht und schützt vor Nachahmern. Dieser Ratgeber erklärt, wie die Anmeldung beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) abläuft, was sie kostet und wo Fallstricke liegen (Stand Oktober 2026, keine Rechtsberatung).
Brauche ich überhaupt eine Marke?
Nicht jeder Freelancer braucht eine Marke. Wer unter seinem eigenen Namen arbeitet, ist über das Namensrecht und als geschäftliche Bezeichnung schon ein Stück weit geschützt. Sinnvoll wird eine Marke, wenn
- du unter einem Fantasienamen auftrittst (Agentur, Produkt, Kurs, App),
- du in Branding, Website und Werbung investierst,
- du das Angebot später verkaufen oder lizenzieren willst,
- Kunden oder Plattformen (z. B. App-Stores, Marktplätze) einen Markennachweis verlangen.
Die Gebühren 2026
| Posten | Gebühr laut DPMA |
|---|---|
| Anmeldung elektronisch (bis zu 3 Klassen) | 290 € |
| Anmeldung in Papierform (bis zu 3 Klassen) | 300 € |
| Jede weitere Klasse | 100 € |
| Beschleunigte Prüfung | 200 € |
| Verlängerung nach 10 Jahren (bis zu 3 Klassen) | 750 €, jede weitere Klasse 260 € |
| Widerspruch gegen eine fremde Marke | 250 € |
Die Klassen: wofür die Marke gilt
Marken werden nicht für „alles“ eingetragen, sondern für konkret benannte Waren und Dienstleistungen, gegliedert in 45 Klassen der internationalen Nizza-Klassifikation. Für Freelancer typisch sind zum Beispiel Dienstleistungen in den Bereichen Werbung und Unternehmensberatung, Bildung und Unterhaltung oder IT- und Designdienstleistungen sowie herunterladbare Software. Das Verzeichnis entscheidet über den Schutzumfang – zu eng formuliert schützt es zu wenig, zu breit erhöht es das Konfliktrisiko mit älteren Marken. Das DPMA bietet dafür eine Klassifikationsdatenbank mit vorformulierten Begriffen.
Vor der Anmeldung: recherchieren
Das DPMA prüft bei der Anmeldung nur sogenannte absolute Schutzhindernisse, etwa ob ein Name rein beschreibend ist („Webdesign Berlin“) oder keine Unterscheidungskraft hat. Ob es bereits ältere, ähnliche Marken gibt, prüft das Amt nicht von sich aus. Das bleibt Sache der Inhaber älterer Rechte – und damit dein Risiko.
- Identische und ähnliche Namen im Register des DPMA (DPMAregister) suchen.
- EU-weit über die Datenbanken des EU-Markenamts prüfen, weil auch EU-Marken in Deutschland gelten.
- Domains, Social-Media-Handles und Handelsregister prüfen.
- Bei ähnlichen Treffern in verwandten Branchen: anwaltlich beraten lassen.
Der Ablauf
- Anmeldung elektronisch über DPMAdirektWeb oder auf Papier. Angaben: Inhaber, Darstellung der Marke (Wort- oder Bildmarke), Verzeichnis der Waren und Dienstleistungen.
- Gebühr zahlen innerhalb von drei Monaten.
- Prüfung auf absolute Schutzhindernisse. Mit der beschleunigten Prüfung geht es schneller.
- Eintragung und Veröffentlichung im Markenblatt.
- Widerspruchsfrist: Inhaber älterer Marken können nach § 42 MarkenG innerhalb von drei Monaten nach Veröffentlichung Widerspruch einlegen.
Schutzdauer und Benutzung
Die Schutzdauer beträgt nach § 47 MarkenG zehn Jahre ab dem Anmeldetag und kann beliebig oft um je zehn Jahre verlängert werden. Wichtig: Eine Marke muss ernsthaft benutzt werden. Wird sie nach Ablauf der Benutzungsschonfrist von fünf Jahren nicht verwendet, kann sie angreifbar werden.
Vorsicht vor Fake-Rechnungen
Nach der Veröffentlichung erhalten viele Anmelder Schreiben, die wie amtliche Rechnungen aussehen – etwa für „Registereintragungen“ oder „Markenüberwachung“. Das DPMA warnt in seinem Merkblatt ausdrücklich vor solchen irreführenden Zahlungsaufforderungen privater Unternehmen; sie begründen für sich allein keine Zahlungspflicht. Eine Liste bekannter Absender steht auf der DPMA-Website. Prüfe jedes Schreiben vor der Zahlung; mehr zum Schutz vor solchen Maschen in Rechnungsbetrug erkennen. Zugangsdaten zu DPMA- und Behördenkonten lassen sich in einem Passwortmanager wie Bitwarden sicher ablegen.
Wer ist Inhaber?
Melde die Marke auf die Person oder Gesellschaft an, die sie wirtschaftlich nutzt. Wer später eine UG gründet, kann die Marke übertragen; das kostet Aufwand – siehe UG oder Einzelunternehmen. Bei Kundenaufträgen gilt: Entwickelst du einen Namen für einen Kunden, gehören Rechte und Anmeldung in der Regel dem Kunden. Wie du Nutzungsrechte regelst, zeigt Nutzungsrechte für Freelancer.
Praxis-Tipps
- Namenssuche und Rückmeldungen von Testkunden lassen sich mit einem Formular-Tool wie Tally sammeln – vor der Anmeldung, nicht danach.
- Das ®-Zeichen erst nach der Eintragung verwenden.
- Fristen (Gebührenzahlung, Verlängerung) im Kalender eintragen.
Anbieterseiten
Tally öffnen Profil
Bitwarden öffnen Profil
FAQ
Was kostet eine Markenanmeldung beim DPMA?
Online 290 € für bis zu drei Klassen, auf Papier 300 €. Jede weitere Klasse kostet 100 €, eine beschleunigte Prüfung 200 € (Stand Okt 2026).
Prüft das DPMA, ob es die Marke schon gibt?
Nein. Das DPMA prüft nur absolute Schutzhindernisse wie fehlende Unterscheidungskraft. Ältere ähnliche Marken muss der Anmelder selbst recherchieren.
Wie lange gilt der Markenschutz?
Zehn Jahre ab dem Anmeldetag, verlängerbar um jeweils zehn Jahre (§ 47 MarkenG).
Wie lange kann jemand Widerspruch einlegen?
Drei Monate nach Veröffentlichung der Eintragung (§ 42 MarkenG).
Muss ich Schreiben von „Markenregistern“ bezahlen?
Nicht ohne Prüfung. Das DPMA warnt vor irreführenden Zahlungsaufforderungen privater Unternehmen; solche Angebotsschreiben begründen für sich allein keine Zahlungspflicht.
Quellen (Stand Okt 2026)
- DPMA: Gebühren Marken
- DPMA: Merkblatt für Markenanmelder (W 7731)
- § 42 MarkenG (Widerspruch)
- § 47 MarkenG (Schutzdauer und Verlängerung)
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