Recherche-Ratgeber · Recht/DSGVO

Große Dateien sicher an Kunden senden: WeTransfer, SwissTransfer und was die DSGVO verlangt

Recherche-Ratgeber · Stand Oktober 2026 · kein Praxistest · veröffentlicht 24.10.2026 · aktualisiert 26.10.2026 · 8 Min ·

Teil der Themenübersicht Recht & Datenschutz für Freelancer: Alle Ratgeber im Überblick

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Hinweis: Dieser Beitrag ist eine Recherche auf Basis öffentlicher Anbieterangaben und Gesetzestexte (Stand Okt 2026), kein Praxistest. Preise und Limits können sich ändern, prüfe sie vor dem Kauf auf der verlinkten Quelle. Keine Rechts- oder Steuerberatung.

Fotografinnen, Videoproduzenten, Designer und Agenturen müssen regelmäßig Dateien verschicken, die für jeden E-Mail-Anhang zu groß sind. Transferdienste lösen das in Sekunden – aber sie bekommen dabei Zugriff auf Kundendaten. Dieser Ratgeber vergleicht zwei bekannte Dienste anhand ihrer offiziellen Angaben und zeigt, worauf es datenschutzrechtlich ankommt. Wir haben die Dienste nicht praktisch geprüft.

WeTransfer: Limits nach Tarif

Laut WeTransfer-Hilfecenter gelten folgende Grenzen (rollierend über 30 Tage):

TarifLimit laut WeTransferBesonderheiten
Free10 Transfers oder 3 GB pro 30 TageGrundfunktionen
Starter10 Transfers oder 300 GB pro 30 Tagekostenpflichtig
Ultimateunbegrenzte Transfersindividuelles Ablaufdatum, Passwortschutz
Teams / Enterprisefür mehrere NutzerEnterprise mit SSO und SCIM

Laut WeTransfer Help Center „Plan limits“ (Abruf 24.10.2026). Preise der Bezahltarife waren auf der Preisseite für unseren Abruf nicht lesbar und sind deshalb nicht angegeben.

Der AGB-Streit im Juli 2025

Im Juli 2025 sorgte eine geplante Änderung der WeTransfer-Nutzungsbedingungen für Kritik. Wie heise berichtete, enthielt eine Klausel Formulierungen zu maschinellem Lernen und Inhaltsmoderation sowie eine weitreichende Lizenz an hochgeladenen Inhalten. Nach der Kritik überarbeitete WeTransfer die Klausel. Laut WeTransfer-Blog vom 14. Juli 2025 beschränkt sich die Lizenz nun darauf, den Dienst zu betreiben, zu entwickeln und zu verbessern; Inhalte würden nicht für KI-Training genutzt und nicht verkauft. Die neuen Bedingungen galten laut Blog ab dem 8. August 2025 für Bestandskunden.

Unabhängig davon zeigt der Fall: AGB von Transferdiensten können sich ändern. Wer regelmäßig vertrauliche Kundendateien verschickt, sollte die Bedingungen gelegentlich prüfen.

SwissTransfer: Gratisdienst aus der Schweiz

SwissTransfer ist ein Dienst des Schweizer Hosters Infomaniak. Laut Anbieter gilt in der kostenlosen Version:

Laut Infomaniak-FAQ werden Dateien nach Ablauf endgültig gelöscht; abgelaufene Links lassen sich nicht wiederherstellen. Bei sehr großen Transfers über 10 GB weist Infomaniak darauf hin, dass Empfänger Dateien einzeln statt als ZIP herunterladen müssen. Die Schweiz hat einen Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission, Datenübermittlungen dorthin sind also grundsätzlich ohne zusätzliche Garantien möglich.

Was die DSGVO verlangt

Sobald Dateien personenbezogene Daten enthalten – Fotos von Personen, Kundenlisten, Verträge, Personalunterlagen –, gilt die DSGVO. Für Selbstständige heißt das in der Praxis:

  1. Auftragsverarbeitung klären: Ein Transferdienst verarbeitet die Daten in deinem Auftrag. Prüfe, ob der Anbieter einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) anbietet und unter welchen Bedingungen; Hinweise in der AVV-Checkliste.
  2. Datenübermittlung prüfen: Bei Anbietern mit US-Bezug kommt es auf den Rechtsrahmen an, siehe US-Tools und Data Privacy Framework.
  3. Datenminimierung: Nur senden, was der Empfänger braucht, und kurze Ablaufzeiten wählen.
  4. Angemessene Sicherheit: Bei sensiblen Daten Passwortschutz oder zusätzliche Verschlüsselung nutzen.

Passwörter und Verschlüsselung richtig einsetzen

Ein Passwort schützt nur, wenn es nicht im selben Kanal wie der Link verschickt wird. Besser: Link per E-Mail, Passwort per Telefon, SMS oder Messenger. Wer dafür WhatsApp geschäftlich nutzt, sollte die Datenschutzfragen kennen (siehe WhatsApp Business und DSGVO). Starke Passwörter erzeugt ein Passwortmanager wie Bitwarden (siehe Passwortmanager für Freelancer).

Für besonders sensible Inhalte – etwa Gesundheitsdaten oder Verträge mit Geschäftsgeheimnissen – kann man Dateien vor dem Upload selbst verschlüsseln, zum Beispiel als verschlüsseltes ZIP- oder 7z-Archiv mit AES-256. Dann sieht auch der Transferdienst keine Inhalte. Welche Optionen es für E-Mails gibt, erklärt der Ratgeber E-Mail-Verschlüsselung und DSGVO.

Alternative: eigener Speicher

Wer ohnehin Webspace oder Cloud-Speicher hat, etwa bei Hostinger oder IONOS, kann Freigabelinks auch über eine eigene Cloud-Lösung erstellen. Das gibt mehr Kontrolle über Speicherort und Löschung, erfordert aber Pflege und Updates. Für Dauerablage sind Transferdienste ohnehin ungeeignet – Infomaniak schreibt selbst, SwissTransfer sei nicht zur Archivierung gedacht. Für Sicherungen gilt die Backup-Strategie.

Wenn etwas schiefgeht

Ein Link an den falschen Empfänger kann eine meldepflichtige Datenpanne sein. Dann zählt Geschwindigkeit: Transfer sofort löschen oder deaktivieren, den Vorfall dokumentieren und prüfen, ob eine Meldung an die Aufsichtsbehörde innerhalb von 72 Stunden nötig ist. Details im Ratgeber Datenpanne melden.

Fazit

Für gelegentliche Dateien reichen Gratisdienste. SwissTransfer bietet laut Anbieter großzügige Limits mit Speicherung in der Schweiz, WeTransfer begrenzt die Gratisversion auf 3 GB oder 10 Transfers in 30 Tagen. Bei Kundendaten zählen AVV, kurze Ablaufzeiten und Passwörter über einen zweiten Kanal mehr als die Wahl des Dienstes.

Anbieterseiten

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FAQ

Wie viel kann man mit WeTransfer Free senden?

Laut WeTransfer 10 Transfers oder 3 GB innerhalb von rollierenden 30 Tagen.

Ist SwissTransfer kostenlos?

Ja, laut Infomaniak bis 50 GB pro Transfer, bis 250 Downloads und 1 bis 30 Tage Verfügbarkeit; es gibt zusätzlich kostenpflichtige Angebote.

Nutzt WeTransfer meine Dateien für KI-Training?

Laut WeTransfer-Blog vom Juli 2025 nicht; die überarbeiteten Bedingungen schließen KI-Training und Verkauf aus.

Brauche ich einen AVV für Transferdienste?

Wenn personenbezogene Daten übertragen werden, verarbeitet der Dienst diese in deinem Auftrag; ein AVV ist dann in der Regel erforderlich.

Quellen (Stand Okt 2026)

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