Bitwarden vs. 1Password: Welcher Passwortmanager passt für Selbstständige?
Wer als Freelancer Dutzende Zugänge für eigene Tools, Hosting, Banking und Kundensysteme verwaltet, landet bei der Suche nach einem Passwortmanager meist bei zwei Namen: Bitwarden und 1Password. Beide verschlüsseln den Tresor so, dass der Anbieter die Inhalte nicht lesen kann, beide laufen auf Windows, macOS, Linux, iOS, Android und im Browser, und beide verwalten Passkeys. Die Unterschiede liegen beim Preis, beim Gratis-Angebot, beim Teilen und bei den Team-Tarifen. Dieser Vergleich fasst die Anbieterangaben vom Oktober 2026 zusammen; wir haben beide Programme nicht selbst getestet.
Kurzantwort
- Du willst wenig oder nichts bezahlen: Bitwarden hat einen dauerhaft kostenlosen Tarif mit unbegrenzt vielen Passwörtern und Geräten. 1Password bietet nur eine 14-tägige Testphase.
- Du willst Extras wie Reisemodus und Dokumentenablage im Basistarif: 1Password enthält im Tarif Individual unter anderem Watchtower-Warnungen, 1 GB Speicher und den Reisemodus – zu einem höheren Preis.
- Du arbeitest mit einem kleinen Team: Bitwarden Teams wird pro Person abgerechnet, 1Password bietet ein Starterpaket mit Pauschalpreis für bis zu 10 Mitglieder. Was günstiger ist, hängt von der Teamgröße ab (Rechnung unten).
Die Tarife im Vergleich
| Bitwarden | 1Password | |
|---|---|---|
| Gratis-Tarif | ja, Free: unbegrenzte Passwörter und Geräte, Teilen mit einer weiteren Person | nein, 14 Tage kostenlos testen (ohne Kreditkarte) |
| Einzelperson | Premium: 19,80 $ pro Jahr (1,65 $/Monat) | Individual: 3,99 $/Monat bei jährlicher Abrechnung; für Neukunden im ersten Jahr 2,99 $/Monat |
| Familie | Families: 47,88 $ pro Jahr, bis zu 6 Personen | Families: 5,99 $/Monat bei jährlicher Abrechnung (erstes Jahr 4,49 $), 5 Personen |
| Kleines Team | Teams: 4 $ pro Person und Monat (jährlich) | Teams Starter Pack: 24,95 $ pro Monat (jährlich) für bis zu 10 Mitglieder |
| Unternehmen | Enterprise: 6 $ pro Person und Monat (jährlich) | Business: 8,99 $ pro Person und Monat (jährlich) |
| Datenstandort EU | EU-Serverregion bei der Kontoerstellung wählbar | Konto auf 1Password.eu: Daten in der EU, Abrechnung in Euro |
Was das pro Jahr bedeutet
Für eine Einzelperson kostet Bitwarden Premium 19,80 $ im Jahr. 1Password Individual kostet regulär 47,88 $ im Jahr (12 × 3,99 $), im ersten Jahr mit Neukundenrabatt 35,88 $. Wer nur Passwörter speichern, generieren und automatisch ausfüllen will, kommt bei Bitwarden auch ganz ohne Abo aus.
Bei kleinen Teams kippt der Vergleich je nach Größe: Bitwarden Teams kostet bei drei Personen 144 $ im Jahr (3 × 4 $ × 12), bei sechs Personen 288 $ und bei zehn Personen 480 $. Das 1Password Teams Starter Pack kostet pauschal 299,40 $ im Jahr, egal ob drei oder zehn Mitglieder es nutzen. Ab etwa sieben Personen ist das Starterpaket also günstiger, darunter Bitwarden Teams.
Was die Bezahl-Tarife zusätzlich bringen
- Bitwarden Premium: laut Anbieter integrierter Authenticator für Zwei-Faktor-Codes (TOTP), Dateianhänge, Notfallzugriff für eine Vertrauensperson und Sicherheitsberichte zu schwachen oder wiederverwendeten Passwörtern.
- 1Password Individual: laut Anbieter 1 GB Speicher für Dokumente, Watchtower-Warnungen bei schwachen oder wiederverwendeten Passwörtern, Zwei-Faktor-Codes und Passkeys, einen zusätzlichen Geheimschlüssel (Secret Key), der neben dem Masterpasswort zum Entschlüsseln nötig ist, und den Reisemodus, der ausgewählte Tresore beim Grenzübertritt ausblendet.
Im Kostenlos-Tarif von Bitwarden sind laut Anbieter bereits Passkeys, der Passwort- und Benutzernamen-Generator, Integration von E-Mail-Aliasen, verschlüsselter Export und Bitwarden Send enthalten.
Zugänge mit Kunden teilen
Für Freelancer ist das Teilen oft wichtiger als jede Zusatzfunktion: Kunden schicken CMS-Logins, du gibst Zugänge zum eigenen Hosting oder zu Werbekonten weiter. Beide Anbieter haben dafür eine Lösung, die ohne Mail oder Chat auskommt:
- Bitwarden: Mit Bitwarden Send verschickst du verschlüsselte Texte oder Dateien per Link, schon im Gratis-Tarif. Tresor-Einträge dauerhaft teilen geht kostenlos mit einer weiteren Person; mehr Personen brauchen Families oder einen Team-Tarif.
- 1Password: Einträge lassen sich laut Anbieter sicher an alle weitergeben, auch an Personen ohne 1Password – vorübergehend, mit Ablaufzeit und Verlauf der weitergegebenen Einträge.
Für große Dateien wie Projektdaten eignen sich eher spezialisierte Dienste, siehe Große Dateien sicher an Kunden senden. Und nach Projektende gilt bei beiden Tools: geteilte Zugänge löschen oder vom Kunden zurücksetzen lassen.
Datenstandort und DSGVO
Bei Bitwarden wählst du die EU-Serverregion beim Anlegen des Kontos; ein späterer Wechsel ist laut Anbieter nicht direkt möglich. Bei 1Password entscheidet die Region über Datenstandort und Währung: Konten auf 1Password.eu speichern die Daten in der EU und werden in Euro abgerechnet. Auch hier bleiben die Daten laut Hilfe-Artikel in der gewählten Region; für einen Wechsel legst du ein neues Konto an und überträgst die Einträge. Bei beiden gilt also: Region gleich zu Beginn festlegen. Wer Zugänge von Kunden speichert, prüft zusätzlich, ob ein Auftragsverarbeitungsvertrag nötig ist – siehe AVV-Checkliste für SaaS-Tools.
Ein Unterschied für technisch Interessierte: Bitwarden ist Open Source und dokumentiert, wie sich der Server selbst betreiben lässt. Für die meisten Solo-Selbstständigen ist das kein Kriterium, für Agenturen mit eigener IT aber ein mögliches Argument.
So entscheidest du
- Mit Bitwarden Free starten, wenn du bisher Passwörter im Browser speicherst – der Umstieg kostet nichts.
- Premium oder 1Password erst nehmen, wenn du eine konkrete Zusatzfunktion brauchst: Zwei-Faktor-Codes im Tresor, Dokumentenablage, Notfallzugriff oder Reisemodus.
- 1Password vor dem Kauf 14 Tage testen und dabei bewusst die EU-Region wählen.
- Im Team die Kopfzahl durchrechnen: unter etwa sieben Personen Bitwarden Teams, darüber das 1Password-Starterpaket (Preise jährlich prüfen).
Welche Kriterien das BSI bei der Auswahl nennt, warum Passkeys sicherer sind und wie ein Notfallplan aussieht, steht im Ratgeber Passwortmanager für Freelancer.
Steuerlicher Hinweis
Bei betrieblicher Nutzung ist ein Passwortmanager-Abo grundsätzlich Betriebsausgabe; bei gemischter Nutzung ist ggf. ein privater Anteil herauszurechnen. Rechnet ein Anbieter aus dem Ausland ab, kann Reverse Charge greifen – mehr in Reverse Charge bei SaaS-Abos. Im Zweifel mit deiner Steuerberatung klären.
Anbieterseiten
Bitwarden öffnen Profil
1Password öffnen Profil
FAQ
Ist Bitwarden kostenlos?
Ja. Bitwarden hat laut Anbieter einen dauerhaft kostenlosen Tarif mit unbegrenzt vielen Passwörtern und Geräten, Passkeys und Teilen mit einer weiteren Person. Premium kostet 19,80 $ pro Jahr zzgl. Steuern.
Gibt es 1Password kostenlos?
Nein, einen Gratis-Tarif bietet 1Password nicht. Individual und Families lassen sich laut Anbieter 14 Tage kostenlos testen, ohne Kreditkarte.
Was ist günstiger, Bitwarden oder 1Password?
Für Einzelpersonen Bitwarden: Premium kostet 19,80 $ im Jahr, 1Password Individual regulär 3,99 $ im Monat bei jährlicher Abrechnung (47,88 $ im Jahr). Bei Teams ab etwa sieben Personen ist das 1Password Teams Starter Pack mit Pauschalpreis günstiger als Bitwarden Teams.
Speichern Bitwarden und 1Password Daten in der EU?
Beide bieten eine EU-Region an. Bei Bitwarden wählst du sie beim Anlegen des Kontos, bei 1Password über ein Konto auf 1Password.eu. Ein späterer Wechsel ist bei beiden nur über ein neues Konto bzw. nicht direkt möglich.
Kann ich Passwörter mit Kunden teilen, die keinen Passwortmanager haben?
Ja. Bei Bitwarden per Bitwarden Send als verschlüsselter Link, bei 1Password über die Weitergabe-Funktion, die laut Anbieter auch für Personen ohne 1Password funktioniert und ablaufen kann.
Quellen (Stand Okt 2026)
- Bitwarden: Preise
- Bitwarden Help: Server Regions
- Bitwarden Help: Self-hosting unter Linux
- 1Password: Preise für Privatpersonen
- 1Password: Preise für Business und Teams
- 1Password Support: 1Password in your region
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