Recherche-Ratgeber · KI-Agenten

KI-Browser 2026: Comet, Copilot in Edge und das Aus von ChatGPT Atlas

Recherche-Ratgeber · Stand Oktober 2026 · kein Praxistest · veröffentlicht 20.10.2026 · aktualisiert 26.10.2026 · 8 Min ·

Teil der Themenübersicht KI-Agenten für Freelancer: Alle Ratgeber zu Assistenten, Chatbots und Kosten

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Hinweis: Dieser Beitrag ist eine Recherche auf Basis öffentlicher Anbieterangaben und Gesetzestexte (Stand Okt 2026), kein Praxistest. Preise und Limits können sich ändern, prüfe sie vor dem Kauf auf der verlinkten Quelle. Keine Rechts- oder Steuerberatung.

2025 galt der „agentische Browser“ als nächster großer Schritt: ein Browser, der nicht nur Seiten anzeigt, sondern selbstständig klickt, Formulare ausfüllt und Aufgaben über mehrere Tabs erledigt. Ein Jahr später hat sich das Feld sortiert. OpenAI hat seinen Browser ChatGPT Atlas eingestellt, Microsoft hat den eigenen Copilot Mode in Edge aufgelöst und die Funktionen in den normalen Browser übernommen, und Perplexity bietet Comet kostenlos an. Dieser Ratgeber fasst den Stand im Oktober 2026 zusammen und erklärt, warum Freelancer mit KI-Browsern vorsichtig umgehen sollten. Er beruht auf Anbieterangaben und Berichten, nicht auf einem eigenen Praxistest.

Der Stand im Überblick

ProduktStatus Oktober 2026Kosten
ChatGPT Atlas (OpenAI)am 9. August 2026 eingestellt; keine Updates mehr–
Comet (Perplexity)verfügbar, seit Oktober 2025 für alle kostenlosBrowser kostenlos; Comet Plus 5 $/Monat bzw. in Perplexity Pro/Max enthalten
Microsoft Edge mit CopilotCopilot Mode am 13. Mai 2026 eingestellt, Funktionen in Edge integriert; Agentenfunktion „Browse with Copilot“ zunächst in den USACopilot in Edge kostenlos; Browse with Copilot für Microsoft 365 Premium (USA)

Laut OpenAI Help Center, Microsoft Edge Blog und Microsoft Support, The Verge (Abruf Okt 2026). Verfügbarkeit in Deutschland kann abweichen.

ChatGPT Atlas: was mit den Daten passiert

Laut OpenAI Help Center wurde Atlas am 9. August 2026 eingestellt und erhält keine Updates mehr. Browserdaten wie Lesezeichen, Tabs, Verlauf, Cookies und gespeicherte Passwörter werden nicht automatisch übertragen; wer sie behalten wollte, musste sie vorher exportieren oder wendet sich an den OpenAI-Support. ChatGPT-Unterhaltungen sind davon getrennt und bleiben erhalten. Die Agentenfunktionen fürs Surfen sollen laut OpenAI in ChatGPT selbst weiterleben. Wer Atlas genutzt hat, sollte gespeicherte Passwörter in einen Passwortmanager übertragen und anschließend im alten Browser löschen.

Comet: kostenlos, aber mit Abo-Zusatz

Perplexity hat Comet laut The Verge im Oktober 2025 für alle Nutzer kostenlos freigegeben. Das kostenpflichtige Comet Plus für 5 Dollar im Monat bündelt Inhalte von Partnerverlagen und ist in den Perplexity-Abos Pro und Max enthalten. Comet basiert auf Chromium, bringt einen Assistenten mit, der Seiten zusammenfasst und Aufgaben über Tabs hinweg erledigt, und ist eng mit der Perplexity-Suche verknüpft. Wer Perplexity ohnehin für Recherche nutzt, findet dort die gleiche Logik mit Quellenangaben – siehe Perplexity Free oder Pro.

Edge: Copilot ohne eigenen Modus

Microsoft hat laut Edge-Blog vom 13. Mai 2026 den separaten Copilot Mode eingestellt, weil die Funktionen nun direkt in Edge stecken – etwa Fragen über mehrere geöffnete Tabs. Die eigentliche Agentenfunktion heißt Browse with Copilot: Copilot navigiert, klickt, tippt und erledigt Aufgaben im Browser. Laut Microsoft-Support ist sie zunächst Abonnenten von Microsoft 365 Premium in den USA vorbehalten; weitere Märkte sollen folgen. Microsoft beschreibt dort auch Schutzmaßnahmen und Grenzen: Der Agent hat keinen Zugriff auf Autofill-Daten, gespeicherte Passwörter und Wallet, Screenshots der Sitzungen werden bis zu 30 Tage gespeichert (nicht fürs Training), und Microsoft rät von Bankgeschäften, Ausweisdaten und hochvertraulichen Informationen ab. Wichtig: Copilot kann Cookies nutzen – bist du auf einer Seite angemeldet, ist es der Agent auch. Microsoft empfiehlt deshalb, Cookies zu löschen oder ein neues Browser-Profil zu verwenden. Mehr zu Copilot im Microsoft-365-Kontext im Tool-Profil Microsoft Copilot.

Das Grundproblem: Prompt Injection

Ein KI-Agent im Browser liest Webseiten, E-Mails und Dokumente – und kann dabei auf versteckte Anweisungen stoßen, die ein Angreifer platziert hat. Diese Technik heißt Prompt Injection. Ein Beispiel: Eine präparierte Webseite enthält unsichtbaren Text, der den Agenten auffordert, Daten aus einem geöffneten Tab weiterzuleiten. OpenAI schrieb im Dezember 2025 selbst, Prompt Injection werde sich wahrscheinlich nie vollständig lösen lassen – ähnlich wie Betrug und Social Engineering im Web. Die Anbieter setzen auf mehrere Schutzschichten, können das Risiko aber nur verringern. Was BSI und OWASP dazu raten und welche Schutzregeln für Freelancer realistisch sind, zeigt der Ratgeber Prompt-Injection bei KI-Agenten.

Regeln für Freelancer

  1. Getrenntes Profil: KI-Agenten nur in einem eigenen Browser-Profil nutzen, in dem du nicht bei Bank, Steuerportal, Kunden-Backends oder Passwortmanager angemeldet bist.
  2. Enge Aufträge: Konkrete, begrenzte Aufgaben geben („Vergleiche die Preise auf diesen drei Seiten“) statt offener Aufträge („Erledige meine Mails“).
  3. Bestätigung einfordern: Vor jedem Kauf, jeder gesendeten Nachricht und jedem Formular selbst prüfen. Mehr dazu im Ratgeber Human in the Loop.
  4. Keine Kundendaten im Agenten: Kunden-CRM, Projektmanagement oder Admin-Oberflächen nicht von einem Agenten bedienen lassen, solange kein Auftragsverarbeitungsvertrag und keine klare Freigabe vorliegen. Siehe Kundendaten anonymisieren.
  5. Kosten im Blick: Agentenfunktionen hängen oft an Abos oder Credits – siehe Was KI-Agenten kosten.

Brauche ich überhaupt einen KI-Browser?

Für die meisten Freelancer lautet die nüchterne Antwort: nicht unbedingt. Recherche mit Quellen erledigen Perplexity oder Gemini im normalen Browser, Texte entstehen in ChatGPT oder anderen Assistenten. Ein Agent, der selbst klickt, spart vor allem bei wiederkehrenden, gut überprüfbaren Aufgaben Zeit – etwa beim Sammeln öffentlicher Informationen. Für alles, was Geld, Kundendaten oder Zugänge betrifft, bleibt die manuelle Kontrolle der sicherere Weg.

Anbieterseiten

Redaktionelle Links ohne Provision.

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Microsoft Copilot öffnen Profil
ChatGPT öffnen Profil
Google Gemini öffnen Profil

FAQ

Gibt es ChatGPT Atlas noch?

Nein. OpenAI hat Atlas am 9. August 2026 eingestellt. Browserdaten wurden nicht automatisch übertragen; ChatGPT-Unterhaltungen sind davon nicht betroffen.

Ist Perplexity Comet kostenlos?

Ja, seit Oktober 2025 für alle. Comet Plus kostet 5 Dollar im Monat und ist in Perplexity Pro und Max enthalten.

Was ist mit dem Copilot Mode in Edge passiert?

Microsoft hat ihn am 13. Mai 2026 eingestellt und die Funktionen direkt in Edge integriert. Die Agentenfunktion Browse with Copilot ist zunächst für Microsoft-365-Premium-Abonnenten in den USA verfügbar.

Was ist Prompt Injection?

Versteckte Anweisungen in Webseiten, Mails oder Dokumenten, die einen KI-Agenten zu ungewollten Aktionen verleiten sollen. Laut OpenAI lässt sich das Problem wahrscheinlich nie vollständig lösen.

Sollte ich KI-Browser für Kundenarbeit nutzen?

Nur mit Vorsicht: in einem getrennten Profil ohne Logins zu sensiblen Diensten, mit engen Aufträgen und eigener Bestätigung vor jeder Aktion.

Quellen (Stand Okt 2026)

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