GiroCode auf der Rechnung: QR-Code für Überweisungen richtig einsetzen
Ein kleiner QR-Code unten auf der Rechnung, Kunde scannt ihn mit der Banking-App, Empfänger, IBAN, Betrag und Verwendungszweck stehen sofort im Überweisungsformular. Das ist der GiroCode, technisch der „EPC-QR-Code“ des European Payments Council. Für Freelancer ist er eine einfache Möglichkeit, Zahlendreher und Rückfragen zu vermeiden – und damit schneller an das Geld zu kommen. Dieser Ratgeber erklärt, was im Code steht, wo die Grenzen liegen und wie du ihn sicher einsetzt.
Was ist der GiroCode?
Der GiroCode ist ein QR-Code nach dem Standard EPC069-12 (aktuelle Fassung 3.1 vom 19. März 2024). Er enthält die Daten einer SEPA-Überweisung als kurzen Text. Banking-Apps wie die App Sparkasse lesen ihn ein und füllen das Formular aus; die Zahlung gibst du danach wie gewohnt per TAN frei. Laut Sparkasse funktioniert das auch mit Rechnungen aus anderen SEPA-Ländern, sofern der Absender einen Code anbietet. Eine gesetzliche Pflicht gibt es nicht – der Code ist ein Service für deine Kunden.
Welche Daten im Code stehen
Der Inhalt ist zeilenweise aufgebaut. Laut EPC-Richtlinie gelten unter anderem diese Felder und Grenzen:
- Kennung „BCD“, Version (002 erlaubt, die BIC innerhalb des EWR wegzulassen), Zeichensatz (1 = UTF-8) und „SCT“ für SEPA Credit Transfer.
- Name des Empfängers, maximal 70 Zeichen.
- IBAN, maximal 34 Zeichen.
- Betrag in Euro, mindestens 0,01 €, höchstens 999.999.999,99 €. Fehlt der Betrag, tippt der Kunde ihn selbst ein.
- Verwendungszweck entweder als strukturierte Referenz (RF-Creditor-Reference, max. 35 Zeichen) oder als freier Text (max. 140 Zeichen) – nicht beides.
- Optional ein Hinweis an den Zahlenden (max. 70 Zeichen).
Der gesamte Inhalt darf höchstens 331 Byte groß sein; die EPC empfiehlt die Fehlerkorrekturstufe M. Wichtig: Laut Richtlinie sollen die Zahlungsdaten zusätzlich als lesbarer Text auf dem Dokument stehen, damit niemand gezwungen ist, sich auf den Code zu verlassen.
Empfängerüberprüfung: Name muss passen
Seit dem 9. Oktober 2025 gleichen Banken bei SEPA- und Echtzeitüberweisungen vor der Freigabe den eingegebenen Empfängernamen mit dem Namen des Kontoinhabers ab (Verification of Payee). Der Zahlende bekommt vor der Freigabe eine Rückmeldung – sinngemäß Übereinstimmung, teilweise Übereinstimmung, keine Übereinstimmung oder Prüfung nicht möglich (die genaue Formulierung hängt von der Bank ab). Für den GiroCode heißt das: Trage im Feld Name genau die Kontobezeichnung ein, die deine Bank führt – nicht deinen Markennamen, wenn das Konto auf deinen bürgerlichen Namen läuft. Sonst bekommen Kunden eine Warnung und fragen nach oder zahlen gar nicht.
Verwendungszweck clever wählen
Am praktischsten ist ein kurzer freier Text mit Rechnungsnummer, zum Beispiel „RE-2026-118“. So findest du die Zahlung im Kontoauszug sofort und kannst sie in deinem Buchhaltungsprogramm zuordnen. Wer viele Zahlungen automatisch abgleichen will, kann eine strukturierte RF-Referenz nutzen; das lohnt sich aber erst bei größeren Mengen. Schreibe keine sensiblen Daten in den Zweck – er erscheint auf dem Kontoauszug des Kunden.
GiroCode erstellen: drei Wege
- Im Rechnungsprogramm: Viele Rechnungsprogramme können einen Zahlungs-QR-Code auf die PDF drucken. Ob und in welchem Tarif das bei easybill, sevdesk oder Lexware Office geht, haben wir nicht verifiziert – schau in die Hilfe deines Programms.
- Mit einem Generator: Online-Generatoren erzeugen den Code aus deinen Eingaben. Achte darauf, dass keine Kundendaten an einen unbekannten Dienst gehen – IBAN und Betrag reichen.
- Selbst erzeugen: Wer Rechnungen per Skript erstellt, kann den Text nach EPC-Schema zusammensetzen und mit einer QR-Bibliothek ausgeben.
Teste jeden neuen Code mit mindestens zwei Banking-Apps, bevor du ihn verschickst.
Was der GiroCode nicht ersetzt
- Pflichtangaben: Name, Anschrift, Steuernummer, Leistungsdatum und Co. müssen weiterhin auf der Rechnung stehen – siehe Rechnung: Pflichtangaben.
- E-Rechnung: Eine XRechnung ist reines XML ohne Bild; der Code nützt nur bei PDF-Rechnungen oder der sichtbaren Hälfte einer ZUGFeRD-Datei. Mehr dazu im Ratgeber XRechnung oder ZUGFeRD.
- Kassen und Shops: Für Zahlungen am Verkaufsort ist ein anderer EPC-Standard (EPC 024-22) gedacht.
Sicherheit: QR-Codes können gefälscht sein
Ein QR-Code ist nur so vertrauenswürdig wie das Dokument, auf dem er steht. Betrüger fälschen Rechnungen und tauschen IBAN oder Code aus. Deshalb: Rechnungen nur über bekannte Kanäle verschicken, die IBAN auf dem Briefkopf mit der im Code abgleichen und Kunden bitten, bei geänderter Bankverbindung telefonisch nachzufragen. Weitere Schutzmaßnahmen stehen im Ratgeber Rechnungsbetrug und Phishing.
Anbieterseiten
easybill öffnen Profil
sevdesk öffnen Profil
Lexware Office öffnen Profil
FAQ
Ist der GiroCode auf Rechnungen Pflicht?
Nein. Er ist ein freiwilliger Service. Die gesetzlichen Pflichtangaben einer Rechnung bleiben unverändert.
Was ist der Unterschied zwischen GiroCode und EPC-QR-Code?
Inhaltlich keiner: GiroCode ist der in Deutschland verbreitete Name für den QR-Code nach dem EPC-Standard EPC069-12.
Muss ich die BIC angeben?
In Version 002 ist die BIC innerhalb des EWR optional. Version 001 verlangt sie noch; die meisten Generatoren nutzen 002.
Warum bekommt mein Kunde eine Warnung beim Bezahlen?
Häufig passt der Empfängername nicht zur Kontobezeichnung. Seit Oktober 2025 prüfen Banken den Namen gegen die IBAN. Trage den exakten Kontoinhaber ein.
Kann ich den Betrag im Code weglassen?
Ja. Dann füllt die App nur Empfänger und IBAN aus, und der Kunde gibt den Betrag selbst ein – praktisch für Abschlagszahlungen oder Spenden.
Quellen (Stand Okt 2026)
- European Payments Council: Quick Response Code – Guidelines (EPC069-12 v3.1)
- European Payments Council: Quick Response Code guidelines
- Sparkasse.de: GiroCode
- BaFin: Empfängerüberprüfung bei Überweisungen
- Deutsche Bundesbank: Fragen und Antworten zu Echtzeitüberweisungen und Empfängerüberprüfung
Weiterlesen
- Pflichtangaben auf Rechnungen: Checkliste nach § 14 UStG
- Rechnungsbetrug und Phishing: So schützen sich Freelancer
- XRechnung oder ZUGFeRD: Welches E-Rechnungsformat passt?
- Zahlungsverzug und Mahnung: Fristen, Verzugszinsen und 40-€-Pauschale
- Kostenlose Rechnungsprogramme 2026 im Limit-Vergleich