DeepSeek und Datenschutz: Was Freelancer vor der Nutzung wissen sollten
DeepSeek ist ein KI-Anbieter aus China, dessen Modelle Anfang 2025 international für Aufsehen sorgten. Die App ist kostenlos und leistungsfähig. Für geschäftliche Nutzung in Deutschland gibt es aber erhebliche Datenschutzbedenken. Dieser Ratgeber fasst die Fakten zusammen. Er ist keine Rechtsberatung.
Was die Datenschutzerklärung sagt
Laut DeepSeek-Datenschutzerklärung werden die erhobenen personenbezogenen Daten auf Servern in der Volksrepublik China gespeichert. Dazu gehören laut Erklärung unter anderem Eingaben (Prompts), hochgeladene Dateien, Chatverläufe sowie Geräte- und Nutzungsdaten.
Was die Aufsicht unternommen hat
Am 27. Juni 2025 hat die Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit die DeepSeek-App bei Apple und Google als rechtswidrigen Inhalt nach dem Digital Services Act gemeldet. Begründung laut Pressemitteilung: rechtswidrige Übermittlung personenbezogener Daten nach China. Die Plattformen sollten eine Sperrung in Deutschland prüfen. Laut Berichten wurde die App nicht entfernt; im Google Play Store ist sie in Deutschland weiterhin verfügbar (Stand Okt 2026). Auch andere europäische Aufsichtsbehörden haben sich mit DeepSeek befasst; Italien hatte die App bereits Anfang 2025 gesperrt.
Warum China als Datenstandort problematisch ist
- Für China gibt es keinen Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission.
- Übermittlungen bräuchten andere Garantien, etwa Standardvertragsklauseln plus Prüfung, ob sie im Zielland wirksam sind. Laut Berliner Aufsicht konnte DeepSeek das nicht nachweisen.
- Chinesische Behörden haben nach dortigem Recht weitreichende Zugriffsrechte auf Daten von Unternehmen.
Was das für Freelancer bedeutet
| Nutzung | Einschätzung |
|---|---|
| Kundendaten, Verträge, interne Dokumente in der App | nicht empfehlenswert – keine tragfähige Grundlage für die Übermittlung erkennbar |
| Allgemeine Fragen ohne personenbezogene oder vertrauliche Daten | geringeres Risiko, aber Geräte- und Nutzungsdaten fließen trotzdem |
| Offene DeepSeek-Modelle bei einem EU-Hoster oder lokal (etwa mit Ollama) | anders zu bewerten – Daten gehen dann nicht an DeepSeek selbst |
Der Unterschied zwischen App und Modell
DeepSeek veröffentlicht Modelle mit offenen Gewichten. Diese können bei europäischen Cloud-Anbietern oder auf eigener Hardware betrieben werden. Dann gelten die Datenschutzbedingungen dieses Betreibers, nicht die der DeepSeek-App. Für Freelancer ohne technische Infrastruktur ist das meist zu aufwendig; es erklärt aber, warum „DeepSeek“ je nach Kontext unterschiedlich zu bewerten ist.
Weitere Punkte
- Inhaltliche Einschränkungen: Berichten zufolge antwortet die App bei politisch sensiblen Themen eingeschränkt. Für Recherche zu solchen Themen ungeeignet.
- Datenschutzerklärung deiner Website: Bindest du DeepSeek irgendwo ein, muss das genannt werden – was bei Übermittlung nach China schwer zu rechtfertigen ist.
- Kundenverträge: Viele Kunden verbieten die Verarbeitung ihrer Daten außerhalb der EU oder in bestimmten Ländern.
Alternativen
Wer einen europäischen Anbieter sucht, kann sich Mistral ansehen. US-Anbieter wie ChatGPT oder Claude sind über das Data Privacy Framework bzw. Standardvertragsklauseln abgedeckt, sofern zertifiziert und mit AVV in Business-Tarifen. Für sensible Texte hilft immer: vorher anonymisieren (siehe Kundendaten anonymisieren).
Kurz-Checkliste
- Keine Kundendaten oder vertraulichen Dokumente in die DeepSeek-App
- Kein Einsatz in Kundenprojekten ohne ausdrückliche Zustimmung
- Für Geschäftliches einen Anbieter mit AVV und klarer Übermittlungsgrundlage wählen
- Bei Interesse an den Modellen: Betrieb über EU-Hoster prüfen
Was tun, wenn DeepSeek schon genutzt wurde?
Prüfe, welche Daten eingegeben wurden. Waren personenbezogene Daten von Kunden dabei, kann je nach Umfang eine Datenschutzverletzung vorliegen, die zu dokumentieren und gegebenenfalls zu melden ist. Lösche Chatverläufe und Konto, soweit möglich, und hol im Zweifel Rat bei einer Fachperson.
Anbieterseiten
DeepSeek öffnen Profil
Mistral Vibe öffnen Profil
ChatGPT öffnen Profil
Claude öffnen Profil
FAQ
Wo speichert DeepSeek meine Daten?
Laut Datenschutzerklärung auf Servern in der Volksrepublik China.
Ist DeepSeek in Deutschland verboten?
Nein. Die Berliner Datenschutzbeauftragte meldete die App 2025 bei Apple und Google, laut Berichten wurde sie aber nicht entfernt (Stand Okt 2026).
Darf ich DeepSeek für Kundendaten nutzen?
Davon ist abzuraten, da keine tragfähige Grundlage für die Übermittlung nach China erkennbar ist.
Sind die offenen DeepSeek-Modelle auch betroffen?
Bei Betrieb über einen EU-Hoster oder lokal gehen Daten nicht an DeepSeek; dann gelten die Bedingungen des Betreibers.
Quellen (Stand Okt 2026)
- DeepSeek Privacy Policy
- Berliner Datenschutzbeauftragte: Pressemitteilung zu DeepSeek
- iphone-ticker.de: Apple und Google verweigern DeepSeek-Sperre
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