n8n selbst hosten oder Cloud: Kosten, Aufwand, Datenschutz
n8n ist eine Workflow-Plattform, mit der du Apps verbinden und KI-Agenten bauen kannst. Anders als bei vielen Konkurrenten kannst du n8n nicht nur mieten, sondern auch selbst betreiben: Die Community Edition ist laut n8n kostenlos und auf GitHub verfügbar. Klingt nach dem perfekten Deal – ist es aber nur für einen Teil der Nutzer. Dieser Ratgeber stellt beide Wege nüchtern gegenüber.
Die Cloud-Tarife (Stand Okt 2026)
| Tarif | Preis (jährliche Zahlung) | Ausführungen/Monat | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Starter | 20 €/Monat | 2.500 | 5 parallele Ausführungen, 1 Projekt |
| Pro | 50 €/Monat | 10.000 | bis 50 parallele Ausführungen |
| Business | 667 €/Monat | 40.000 | laut Seite self-hosted |
| Community Edition | 0 € Lizenz | ohne Ausführungslimit durch n8n | du betreibst den Server |
Wichtig für die Kostenplanung: n8n rechnet pro vollständiger Workflow-Ausführung ab, nicht pro Schritt. Ein Workflow mit 30 Schritten zählt als eine Ausführung. Das macht lange Workflows berechenbar – mehr dazu im Ratgeber Make oder n8n.
Was Self-Hosting wirklich kostet
Die Lizenz ist kostenlos, der Betrieb nicht. Du brauchst einen Server, typischerweise einen virtuellen Server (VPS) bei einem Hoster, auf dem n8n meist per Docker läuft. Dazu kommen:
- Serverkosten: abhängig vom Anbieter und der Leistung; für kleine Setups reicht oft ein Einstiegs-VPS.
- Domain und SSL: damit Webhooks von außen erreichbar und verschlüsselt sind.
- Updates: n8n entwickelt sich schnell. Updates musst du selbst einspielen und testen.
- Backups: Workflows, Zugangsdaten und Datenbank regelmäßig sichern – und die Wiederherstellung einmal üben.
- Sicherheit: Ein öffentlich erreichbarer Server mit Zugangsdaten zu all deinen Tools ist ein lohnendes Angriffsziel. Firewall, starke Passwörter, Zwei-Faktor und aktuelle Software sind Pflicht.
- Deine Zeit: Einrichtung und laufende Pflege kosten Stunden, die du nicht abrechnen kannst.
Entscheidungshilfe
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Erste Automationen, kein Linux-Wissen | Cloud Starter oder Make Free |
| Viele Ausführungen, technisches Know-how vorhanden | Self-Hosting kann deutlich günstiger sein |
| Daten sollen auf eigenem Server in Deutschland liegen | Self-Hosting auf einem VPS mit deutschem Rechenzentrum |
| Kundenprojekte mit Wartungsvertrag | Self-Hosting beim Kunden, Pflege als bezahlte Leistung |
| Du willst keine Server-Verantwortung | Cloud |
Der Datenschutz-Aspekt
Ein Vorteil des Self-Hostings: Du bestimmst den Serverstandort. Wenn du einen VPS in einem deutschen Rechenzentrum wählst, liegen Workflows und Zwischendaten dort. Aber Vorsicht – die angebundenen Dienste (CRM, Mail, KI-Modelle) verarbeiten die Daten trotzdem bei ihren jeweiligen Anbietern. Ein Workflow, der Kundendaten an eine US-KI-API schickt, wird durch einen deutschen n8n-Server nicht DSGVO-konform. Prüfe jeden angebundenen Dienst einzeln.
Lizenz beachten
Die Community Edition darf laut n8n kostenlos genutzt werden. Für bestimmte kommerzielle Szenarien, etwa wenn du n8n als Dienst an Dritte weiterverkaufst, gelten Lizenzbedingungen. Lies sie, bevor du ein Geschäftsmodell darauf aufbaust.
Einstieg ohne Risiko
Ein pragmatischer Weg: mit der Cloud starten, Workflows bauen und verstehen. Wenn Volumen oder Datenschutz es rechtfertigen, die Workflows exportieren und auf einem eigenen Server importieren. Workflows lassen sich als Datei exportieren und wieder importieren, sodass ein späterer Umzug möglich ist.
Rechenbeispiel
Angenommen, deine Workflows laufen zusammen 8.000-mal im Monat. In der Cloud brauchst du dafür den Pro-Tarif für 50 € pro Monat bei jährlicher Zahlung. Selbst gehostet zahlst du nur den Server – dafür investierst du Zeit in Einrichtung, Updates und Backups. Bei 2.000 Ausführungen im Monat reicht dagegen Cloud Starter für 20 €, und der Kostenvorteil des Self-Hostings schrumpft auf wenige Euro, während der Aufwand gleich bleibt.
Anbieterseiten
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FAQ
Ist n8n kostenlos?
Die Community Edition ist als Self-Hosting-Variante kostenlos. Die Cloud kostet ab 20 € im Monat bei jährlicher Zahlung.
Was zählt bei n8n als Ausführung?
Ein vollständiger Workflow-Lauf, unabhängig von der Anzahl der Schritte.
Brauche ich für Self-Hosting Programmierkenntnisse?
Keine Programmierung, aber Grundwissen zu Servern, Docker, Updates und Sicherheit.
Ist Self-Hosting automatisch DSGVO-konform?
Nein. Die angebundenen Dienste verarbeiten Daten weiterhin bei ihren Anbietern und müssen einzeln geprüft werden.
Quellen (Stand Okt 2026)
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