KI-Bilder für Website und Blog: Rechte, Kennzeichnung, Alt-Texte, Formate
KI-Bildgeneratoren wie Midjourney, die KI-Funktionen in Canva, Adobe Firefly oder die Bildgenerierung in ChatGPT liefern in Sekunden Titelbilder, Illustrationen und Hintergründe. Für Blog und Website ist das verlockend – Stockfotos kosten Geld und sehen oft austauschbar aus. Was die ChatGPT-Tarife bei der Bildgenerierung bieten, erklärt Bilder mit ChatGPT erstellen. Bevor ein KI-Bild online geht, lohnen sich aber vier Prüfungen: Nutzungsrechte, Kennzeichnung, Barrierefreiheit und Technik.
1. Nutzungsrechte und Urheberrecht
Nach deutschem Urheberrecht sind nur „persönliche geistige Schöpfungen“ geschützt (§ 2 Abs. 2 UrhG). Ein Bild, das eine KI weitgehend selbstständig erzeugt, erfüllt diese Voraussetzung nach überwiegender Auffassung in der Rechtsliteratur nicht, weil die menschliche Schöpfung fehlt. Das hat zwei Folgen:
- Du kannst an einem rein KI-generierten Bild in der Regel kein eigenes Urheberrecht geltend machen. Andere dürfen es unter Umständen ebenfalls verwenden.
- Ob du das Bild kommerziell nutzen darfst, regeln vor allem die Nutzungsbedingungen des Tools. Manche Anbieter knüpfen kommerzielle Nutzung oder Privatsphäre-Optionen an bestimmte Bezahltarife. Lies die Bedingungen deines Tarifs, bevor du Bilder für Kundenprojekte erstellst.
Unabhängig davon gilt: Ein KI-Bild darf keine geschützten Werke, Marken oder erkennbaren echten Personen ohne Erlaubnis nachbilden. Prompts wie „im Stil von [lebender Künstler]“ oder mit Markenlogos sind rechtlich riskant.
2. Kennzeichnung nach dem AI Act
Seit dem 2. August 2026 gilt Artikel 50 der KI-Verordnung. Für dich als Nutzer (Betreiber) ist vor allem die Deepfake-Regel relevant: Realistisch wirkende, KI-erzeugte Bilder von echten Personen, Orten oder Ereignissen, die fälschlich als echt erscheinen könnten, müssen offengelegt werden. Eine offensichtlich künstliche Illustration, ein abstraktes Titelbild oder ein Comic-Stil fallen nicht darunter. Ein kurzer Bildnachweis wie „Bild: KI-generiert mit [Tool]“ ist trotzdem eine einfache, vertrauensbildende Praxis.
| Bildtyp | Kennzeichnung |
|---|---|
| Abstrakte Illustration, Icon, Muster | nicht vorgeschrieben, Bildnachweis empfohlen |
| Fotorealistisches Produkt-Mockup | empfohlen, wenn es wie ein echtes Foto wirkt |
| Fotorealistische Person, die es nicht gibt | empfohlen, je nach Kontext Pflicht |
| Realistische Darstellung echter Personen oder Ereignisse | Pflicht als Deepfake-Offenlegung |
3. Alt-Texte und Barrierefreiheit
Jedes inhaltlich relevante Bild braucht einen Alternativtext, den Screenreader vorlesen und Suchmaschinen auswerten. Beschreibe, was zu sehen ist und welche Funktion das Bild hat, in ein bis zwei Sätzen. Rein dekorative Bilder bekommen ein leeres alt-Attribut, damit Screenreader sie überspringen. Der Prompt ist kein guter Alt-Text: „cinematic, 8k, volumetric light“ hilft niemandem. Schreibe stattdessen zum Beispiel „Illustration: Laptop mit Rechnungsvorlage auf einem Schreibtisch“.
4. Format, Größe und Ladezeit
KI-Tools liefern oft große PNG-Dateien. Für das Web sind moderne Formate wie WebP oder AVIF meist deutlich kleiner bei ähnlicher Qualität. Praktische Regeln:
- Bilder auf die tatsächlich angezeigte Breite skalieren, statt 2.000-Pixel-Dateien klein darzustellen.
- Breite und Höhe im HTML angeben, damit beim Laden nichts springt.
- Bilder unterhalb des sichtbaren Bereichs mit
loading="lazy"einbinden. - Das wichtigste Bild oben auf der Seite nicht verzögert laden, es beeinflusst die gefühlte Ladezeit.
5. Dateiname und Bildunterschrift
Ein beschreibender Dateiname wie e-rechnung-checkliste-illustration.webp statt image_final_v3.png hilft bei der Bildersuche. Eine Bildunterschrift wird oft stärker gelesen als der Fließtext – nutze sie für Kontext oder den KI-Hinweis.
Workflow in fünf Schritten
- Bildidee aus dem Artikelinhalt ableiten, nicht umgekehrt.
- Generieren, ohne Marken, echte Personen oder Künstlernamen im Prompt.
- Nutzungsbedingungen des Tarifs prüfen, Bild speichern und Herkunft notieren.
- Zuschneiden, als WebP exportieren, Alt-Text schreiben.
- Bei realistischen Motiven einen KI-Hinweis ergänzen.
Anbieterseiten
Midjourney öffnen Profil
Canva Magic öffnen Profil
ChatGPT öffnen Profil
FAQ
Darf ich KI-Bilder kommerziell nutzen?
Das hängt vor allem von den Nutzungsbedingungen des Tools und deines Tarifs ab. Prüfe sie, bevor du Bilder für Kunden erstellst.
Sind KI-Bilder urheberrechtlich geschützt?
Rein KI-generierte Bilder gelten nach überwiegender Auffassung nicht als persönliche geistige Schöpfung nach § 2 Abs. 2 UrhG und sind daher meist nicht geschützt.
Muss ich KI-Bilder kennzeichnen?
Pflicht ist es nach Artikel 50 AI Act bei realistischen Deepfakes. Für offensichtliche Illustrationen nicht, ein Hinweis ist aber gute Praxis.
Welches Bildformat ist für Websites am besten?
Moderne Formate wie WebP oder AVIF sind meist deutlich kleiner als PNG oder JPEG.
Quellen (Stand Okt 2026)
- § 2 UrhG
- EU-Kommission: Transparenzpflichten nach Art. 50
- W3C: Bilder-Tutorial (Alternativtexte)
- web.dev: Bildoptimierung
- Midjourney Terms of Service
Weiterlesen
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