Moodboards mit KI: Workflow mit Midjourney, Canva und Miro
Ein Moodboard zeigt einem Kunden, wohin die visuelle Reise geht – Farben, Licht, Materialien, Stimmung. Früher bedeutete das stundenlanges Suchen in Bilddatenbanken. Mit KI-Bildgeneratoren lassen sich passgenaue Referenzbilder in kurzer Zeit erzeugen. Dieser Ratgeber beschreibt einen Workflow und die Grenzen.
Warum KI für Moodboards gut passt
Moodboards sind Entwürfe, keine Endprodukte. Fragen nach Exklusivität und Urheberrecht wiegen hier weniger schwer als bei fertigen Werbemotiven. Gleichzeitig profitierst du davon, dass du Varianten in Sekunden erzeugen kannst: „dieselbe Szene, aber wärmer“, „mit Holz statt Beton“. Das macht Abstimmungen mit Kunden konkreter.
Der Workflow in fünf Schritten
- Briefing in Begriffe übersetzen: Sammle mit dem Kunden fünf bis zehn Adjektive (z. B. „ruhig, natürlich, hochwertig, skandinavisch“) und No-Gos.
- Varianten generieren: Erstelle mit einem Bildgenerator pro Richtung mehrere Bilder.
- Kuratieren: Wähle die stärksten Bilder aus. Ein Moodboard mit 8 bis 12 Bildern ist übersichtlicher als eines mit 40.
- Anordnen: Lege die Bilder auf einem Board an, ergänze Farbpaletten, Schriftbeispiele und kurze Notizen.
- Mit dem Kunden besprechen: Lass den Kunden direkt auf dem Board kommentieren.
Welche Tools wofür
| Aufgabe | Tool | Hinweis |
|---|---|---|
| Bilder erzeugen | Midjourney | ab 10 $/Monat; Stealth Mode (privat) erst ab Pro, 60 $ |
| Bilder erzeugen (im Chat) | ChatGPT | Limits je Tarif nicht fest beziffert |
| Board und Zusammenarbeit | Miro | Whiteboard mit Kommentaren; Preise siehe Anbieter |
| Präsentation und Layout | Canva | Free oder Pro (110 €/Jahr) |
Vertraulichkeit beachten
Ohne Stealth Mode sind Midjourney-Bilder laut Planübersicht für andere sichtbar. Für ein vertrauliches Rebranding oder einen Produktlaunch ist das ein Problem. Entweder du buchst Pro oder Mega, oder du formulierst Prompts so, dass sie keine Rückschlüsse auf den Kunden zulassen – also keine Firmennamen, keine Produktnamen.
Prompt-Tipps für Moodboards
- Stimmung vor Motiv: „Morgenlicht, nebelig, gedeckte Erdtöne“ ist für ein Moodboard wichtiger als ein exaktes Motiv.
- Material und Textur: Leinen, Eichenholz, gebürstetes Metall, Terrazzo.
- Kameraangaben für Fotolook: „Weitwinkel“, „geringe Schärfentiefe“, „Draufsicht“.
- Konsistenz: Behalte für eine Richtung denselben Grundprompt und ändere nur ein Element.
Kennzeichnung gegenüber dem Kunden
Sag dem Kunden offen, dass die Referenzbilder KI-generiert sind. Das verhindert Missverständnisse, etwa wenn er ein Bild für ein reales Foto hält und genau diesen Ort für ein Shooting buchen möchte. Gleichzeitig solltest du klarstellen, dass die finale Umsetzung anders aussehen wird.
Rechte
Rein KI-generierte Bilder sind nach deutschem Urheberrecht in der Regel nicht geschützt. Für ein internes Moodboard ist das unproblematisch. Achte aber darauf, dass keine Marken, Logos oder erkennbaren Personen zu sehen sind, wenn das Board weitergegeben wird. Mehr im Ratgeber KI-Bilder kommerziell nutzen.
Kosten realistisch planen
Für gelegentliche Moodboards reicht Midjourney Basic (10 $) oder ChatGPT. Agenturen mit vertraulichen Kundenprojekten sollten Pro einplanen. Die Kosten lassen sich als Teil der Konzeptphase im Angebot berücksichtigen.
Beispiel: Moodboard für eine Café-Website
Briefing-Begriffe: „hell, warm, handgemacht, urban, nicht kitschig“. Daraus entstehen drei Richtungen: A „Skandinavisch hell“ (helles Holz, viel Weiß, Morgenlicht), B „Industrial warm“ (Backstein, Kupfer, warmes Abendlicht), C „Mediterran“ (Terrakotta, Fliesen, Pflanzen). Pro Richtung erzeugst du vier bis sechs Bilder mit demselben Grundprompt, ergänzt eine Farbpalette mit fünf Tönen und zwei Schriftbeispiele. Der Kunde wählt eine Richtung oder kombiniert Elemente. Erst danach beginnt die eigentliche Gestaltung mit echten Fotos des Cafés.
Zeitersparnis ehrlich bewerten
KI beschleunigt das Finden passender Referenzen, ersetzt aber nicht das Kuratieren. Plane Zeit für Auswahl und Anordnung ein – dort entsteht der eigentliche Wert für den Kunden.
Anbieterseiten
Midjourney öffnen Profil
Miro öffnen Profil
Canva Magic öffnen Profil
FAQ
Darf ich KI-Bilder im Moodboard verwenden?
Ja, laut Midjourney und OpenAI ist die Nutzung erlaubt. Achte auf Marken und Personen im Bild.
Sind Midjourney-Bilder öffentlich?
Ohne Stealth Mode sind sie für andere sichtbar. Stealth gibt es nur in Pro und Mega.
Muss ich dem Kunden sagen, dass Bilder von einer KI stammen?
Gesetzlich nicht in jedem Fall, aber es ist fair und verhindert Missverständnisse.
Wie viele Bilder gehören in ein Moodboard?
Eine kuratierte Auswahl von etwa 8 bis 12 Bildern ist meist übersichtlicher als eine große Sammlung.
Quellen (Stand Okt 2026)
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